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Fluchen und mit Schimpfwörtern um sich werfen ist der Ausdruck verbaler Wut

Der Mensch flucht wohl schon seit es ihn gibt. Vom Neandertaler mit Gewaltschreien bis zum heutigen Tag schimpfen und Fluchen Menschen.
Mit bösen verunglimpfenden Worten versucht Mann oder Frau sein Gegenüber abzuwerten.
Das gibt einer inneren Anspannung einen Kanal um sich Luft zu schaffen. Auch wenn es nicht immer gelingt.

Kinder und fluchen

Schon von Kindesbeinen flucht das Menschlein. Vom Kindergarten bringen die Kinder Ausdrücke mit heim, die Mama und Papa so gar nicht gefallen. Doch auch zu haus schnappen die Jüngsten natürlich Schimpfkanonaden auf. Und so tragen sie eifrig ihr Wissen in die Welt.

Kulturen fluchen anders


So kann sich keine Kultur und kein gesellschaftliche Schicht den Flüchen erwehren.
Vielleicht unterscheiden sich die Kraftausdrücke. Doch nicht selten flucht der Professor genau so
vehement, wie der Bauarbeiter vor der Hochschule.

Interessant ist das sich in Schimpfwörtern wiederspiegelt was in einer Kultur stark tabuisiert ist.
In Europa wird meist sehr sexuell geflucht. Hingegen benutzen wir Deutsche bevorzugt die Fäkalsprache.

Andere Kultur verletzen am Meisten, wenn sie die Mütter, Väter oder Vorfahren des Angegriffenen beleidigen. Das zeigt, wie sehr hier der Respekt und die Achtung der älteren Generation vorherrscht.
Und so verwundert es nicht, wenn das der beste Angriffspunkt für eine Beleidigung ist.

Sir Henry ausser sich




Positive Aspekt des Fluchens

Doch Fluchen verbindet auch. Wer gemeinsam in einer gleich vulgären Art flucht und beschimpft verbindet sich auch mit Gleichgesinnten. Man enttabusiert gemeinsam und grenzt sich von anderen ab. Oft zu beobachten auf Demonstrationen. Da wird die Staatsgewalt aufs Gröbste beleidigt: Bullenschweine ist hier nur eine gelindes Schimpfwort, und formiert sich dadurch noch mehr als Gruppe.

Fluch mit mir und ich halte zu dir!

Fluchen hat auch noch einen weiteren wissenschaftlich erwiesenen positiven Einfluss.
So fanden Wissenschaftler heraus, das Probanden die fluchen es länger im Eiswasser aushalten und eine höhere Leistung auf einem Fintnessfahrrad erzielen, als die Parallelgruppe ohne Flüche!

Sachsen Anhalt flucht


In Sachsen Anhalt flucht man, wie in jeder Region auf seine ganz eigene Art.
So ermittelte ein Aufruf des Mitteldeutschen Rundfunks folgende Schimpfwörter als Favoriten:

Orschkrampe

Lodderbatz

Pflaumenaugust

Stiesel

Ballertralle

Pissnelke

Klapperkopp

Dumpfbacke

Klappspaten

Fliejenfranz

Trillepittchen

Grützkopf

Lackaffe

Pissbirne

Rübenschwein

Suppendust

Stinkebietz

Nachtjacke

Pissflitsche

Ballerdralle

Olle Schabracke

Knalltüte

Spinatwachtel

Knallerbse

Dampfnudel

Plinse

Knaggjacke

Schnarchhaken

Hornochse

Brummochse

Ganz aktuelle gibt es an der Martin Luther Universität Halle Wittenberg eine Ausstellung ab den 28. 10.22 bis 31.03.2023 mit dem Titel:

„Die Kraft der Sprache. Spotten – Schmähen – Schelten“

Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung kann mittwochs bis sonntags von 13 bis 18 Uhr besucht werden.

Weitere Interessante Sachen zum Thema Fluchen und Schimpfwörter gibt es unter:

https://www.geo.de/geolino/spiele/13350-rtkl-onlinespiel-schimpfwort-generator

https://www.insultor.de   Tool für Beleidigungen und Komplimente

Von Arschgeige bis Wuchtbrumme. Die 333 lustigsten Schimpfwörter
Duden, 2015
80 Seiten, ISBN: 978-3-411-71147-5

Himmeltausendschockschwerenöter!

Mit Schimpf, Charme und Melone: Netflix-Dokuserie mit US-Schauspieler Nicolas Cage zur Herkunft von Schimpfwörtern.

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